Harnwegsinfektionen: Bakterien oder Hefepilze
Gesundheit

Harnwegsinfektionen: Bakterien oder Hefepilze? Erkennen Sie die Unterschiede!

Viele Menschen denken bei einer Harnwegsinfektion (UTI) sofort an eine bakterielle Infektion, doch wussten Sie, dass auch Hefepilze eine Rolle spielen können? Während bakterielle Infektionen deutlich häufiger vorkommen, sind Harnwegsinfektionen durch Hefepilze besonders hartnäckig und erfordern eine völlig andere Behandlung.

Wenn eine UTI trotz Antibiotika nicht verschwindet oder immer wieder auftritt, könnte der Grund eine Pilzinfektion sein. Um die beste Behandlung zu finden, ist es entscheidend, die Unterschiede zu kennen. Lassen Sie uns die wichtigsten Fakten klären!

1. Bakterielle oder Hefepilz-UTI? Die Ursachen im Vergleich

Bakterielle Harnwegsinfektion (bakterielle UTI)

🔹 Verursacht durch Bakterien, meist Escherichia coli (E. coli), die aus dem Darm stammen und über die Harnröhre in die Blase gelangen.

🔹 Typischerweise durch sexuelle Aktivität, unzureichende Hygiene oder das Zurückhalten des Urins begünstigt.

🔹 Kann in schweren Fällen von der Blase auf die Nieren übergreifen.

🔹 Frauen sind besonders anfällig, da ihre Harnröhre kürzer ist als die von Männern.

Hefepilz-Harnwegsinfektion (Hefepilz-UTI)

🔹 Entsteht durch eine übermäßige Vermehrung des Hefepilzes Candida, der natürlicherweise in geringen Mengen im Körper vorkommt.

🔹 Tritt häufiger bei immungeschwächten Menschen oder Personen mit unkontrolliertem Diabetes auf.

🔹 Antibiotika können das Risiko erhöhen, da sie das Gleichgewicht der gesunden Bakterien stören und Hefepilze ungehindert wachsen lassen.

🔹 Häufig bei Menschen mit Dauerkathetern oder nach längerer Krankenhausaufenthalten.

2. Symptome: Woran erkennt man den Unterschied?

Einige Symptome überschneiden sich, aber es gibt eindeutige Hinweise, die helfen können, die Ursache der Infektion zu bestimmen.

Typische Symptome einer bakteriellen Harnwegsinfektion

✅ Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen

✅ Ständiger Harndrang, aber nur geringe Urinmengen

✅ Trüber, dunkler oder unangenehm riechender Urin

✅ Unterleibsschmerzen oder Druckgefühl in der Blase

✅ Fieber, Schüttelfrost oder Rückenschmerzen bei schwereren Infektionen

Typische Symptome einer Hefepilz-UTI

✅ Brennen beim Wasserlassen, aber meist ohne starken Harndrang

✅ Weißlicher, dickflüssiger oder klumpiger Vaginalausfluss (bei Frauen)

✅ Starker Juckreiz oder Rötungen im Intimbereich

✅ Unangenehmes Druckgefühl in der Blase ohne typischen Geruch oder Trübung des Urins

✅ Besonders häufig bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Diabetes

3. Risikofaktoren: Wer ist besonders gefährdet?

Häufige Ursachen einer bakteriellen Harnwegsinfektion

🚩 Nicht vollständige Blasenentleerung (z. B. durch Schwangerschaft oder Prostataprobleme)

🚩 Falsche Wischtechnik nach dem Toilettengang (von hinten nach vorne)

🚩 Häufiger Geschlechtsverkehr oder Verwendung von Spermiziden

🚩 Längeres Zurückhalten des Urins, wodurch sich Bakterien vermehren können

🚩 Verwendung eines Blasenkatheters oder urologischer Eingriffe

Risikofaktoren für eine Hefepilz-UTI

🚩 Langfristige oder wiederholte Antibiotika-Einnahme (zerstört gute Bakterien, die Hefepilze in Schach halten)

🚩 Hohe Blutzuckerwerte bei Diabetes (Hefepilze ernähren sich von Zucker)

🚩 Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch HIV, Chemotherapie oder Immunsuppressiva)

🚩 Verwendung von hormonellen Verhütungsmitteln, die das Scheidenmilieu beeinflussen können

🚩 Tragen von enger synthetischer Unterwäsche, die Feuchtigkeit speichert und Pilzbefall begünstigt

4. Behandlung: Warum Antibiotika manchmal das Problem verschlimmern können

Da bakterielle und Hefepilz-UTIs unterschiedliche Ursachen haben, ist es wichtig, die richtige Behandlung zu wählen.

Behandlung einer bakteriellen Harnwegsinfektion

✅ Antibiotika wie Nitrofurantoin, Fosfomycin oder Ciprofloxacin – wirken schnell gegen Bakterien

✅ Viel Wasser trinken, um die Bakterien aus der Blase zu spülen

✅ Cranberry-Extrakt kann vorbeugend helfen, das Anhaften von Bakterien an der Blasenwand zu verhindern

✅ Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol zur Linderung von Beschwerden

Behandlung einer Hefepilz-Harnwegsinfektion

🚫Antibiotika helfen nicht! Sie können die Infektion sogar verschlimmern, da sie das Wachstum von Hefepilzen fördern. Stattdessen:

✅ Antimykotika wie Fluconazol oder Amphotericin B (tabletten- oder intravenöse Behandlung je nach Schwere der Infektion)

✅ Probiotika zur Wiederherstellung eines gesunden Scheiden- und Darmmilieus

✅ Blutzuckerspiegel kontrollieren, da hohe Werte das Wachstum von Candida begünstigen

5. Prävention: Wie Sie Ihr Risiko reduzieren

✔Ausreichend Flüssigkeit trinken – Spült Bakterien und Hefepilze aus der Blase

✔Nach dem Geschlechtsverkehr urinieren – Spült Keime aus der Harnröhre

✔Von vorne nach hinten wischen – Verhindert, dass Darmbakterien in die Harnwege gelangen

✔Antibiotika nur nehmen, wenn sie wirklich notwendig sind – Schützt die gesunden Bakterien

✔Zuckerarme Ernährung bevorzugen – Senkt das Risiko für Pilzinfektionen

✔Atmungsaktive Baumwollunterwäsche tragen – Vermeidet ein feuchtwarmes Milieu, in dem sich Hefepilze vermehren

6. Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

🚑Unbedingt medizinische Hilfe suchen, wenn:

🔹 Die Symptome trotz Antibiotika nicht verschwinden oder sich verschlimmern

🔹 Fieber, Rückenschmerzen oder Schüttelfrost auftreten (kann auf eine Niereninfektion hindeuten)

🔹 Wiederkehrende Harnwegsinfektionen auftreten, die auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen könnten

🔹 Sie an Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem leiden und ungewöhnliche Symptome bemerken

Fazit: Kennen Sie den Unterschied!

Bakterielle Harnwegsinfektionen sind weit verbreitet und sprechen gut auf Antibiotika an.

Hefepilz-UTIs sind seltener, aber hartnäckig – hier helfen Antimykotika, keine Antibiotika!

Wenn eine Harnwegsinfektion trotz Antibiotika nicht abheilt, sollte eine Pilzinfektion in Betracht gezogen werden.

Wer die Unterschiede kennt, kann schneller die richtige Behandlung finden – und sich viel Frust ersparen!

Bild: Pete Linforth from Pixabay

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert